Vorstellungsrunde

Hier präsentieren wir Ihnen unsere BBG, unser «persönliches Gesicht». Sie erfahren Interessantes und Aktuelles über unsere Mitglieder.
Lernen Sie uns näher kennen! Wer steckt hinter der BBG? Wie ist der Eine oder die Andere zu uns gestossen? Weshalb hat er oder sie gerade dieses Instrument gewählt und erlernt? Hat er noch andere Hobbys? Was hat er für Ziele oder Wünsche? Lassen Sie sich überraschen und halten Sie an unseren Konzerten Ausschau nach uns!

 

Übung macht den Meister

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Jeder männliche Schweizer muss irgendwann seinen Militärdienst leisten, das wusste ich schon als Kind. Und weil mir von meinen Onkeln immer wieder (zum Teil wahre) Schauergeschichten über die sinnlosen und gefährlichen Dinge, die man im Militär machen muss, erzählt wurden, suchte ich nach einem Weg, um dieser bevorstehenden Qual zu entgehen. Also fasste ich den Plan, ein Blasinstrument zu lernen, um dann in der Militärmusik spielen zu können. Obwohl ich ursprünglich mal Klavier lernen wollte, probierte ich also zunächst das Saxophon aus, dann das Kornett, und kam schliesslich zum Es-Horn, auf dem ich mit 11 Jahren den Unterricht begann. Mit 14 Jahren wurde ich in die Brass Band Gürbetal aufgenommen.

 

Heute bin ich 20 Jahre alt, spiele in der Brass Band Gürbetal die Solo-Horn-Stimme, habe drei Jahre lang in der Brass Band Berner Oberland Junior gespielt, und bin jetzt Mitglied der Brass Band Berner Oberland unter Corsin Tuor und der A-Band der Nationalen Jugend Brass Band. Auch habe ich, motiviert durch meinen Lehrer Roland Fröscher, an bisher acht Solowettbewerben teilgenommen: Belegte ich bei meinem ersten Versuch am Schweizerischen Slow Melody Wettbewerb in Solothurn noch den 14. Rang (bei 16 Teilnehmern), habe ich doch diesen April tatsächlich den Schweizerischen Solisten- und Quartettwettberb, SSQW, in der Kategorie Es-Horn, Erwachsene, gewonnen. Ich habe mich zwar noch nicht daran gewöhnt, aber ich darf mich nun Schweizermeister im Es-Horn-spielen nennen.

Achja, die Aufnahmeprüfung für die Militärmusik habe ich inzwischen auch bestanden, und ich werde in näherer Zukunft die RS auf einigermassen sinnvolle Art absolvieren können. Doch selbst wenn die allgemeine Wehrpflicht jetzt schon abgeschafft wäre, würde ich rückblickend noch einmal alles genauso machen: Ich habe mit der Brass-Band-Welt eine Welt entdeckt, in der man intensiv und unkompliziert gute Musik machen kann und in der man bestrebt ist, sich musikalisch immer weiterzuentwickeln. Am besten gefällt mir aber der schöne, kräftige und dennoch weiche Sound der Brass Bands, den ich nie kennengelernt hätte, hätte ich mich vor zehn Jahren für das Klavier entschieden.

Andreas Blatter

 

 
Brassbandmusik – Meine Leidenschaft

Mein Name ist Samuel Streit und mit 60 Jahren bin ich eines der ältesten Aktivmitglieder der BBG. Als kleiner Junge konnte ich mit meinen Eltern ein Konzert der damaligen Blaukreuzmusik Gürbetal in der Kirche Thurnen besuchen. Schon auf dem Heimweg nach Kaufdorf (natürlich zu Fuss) tat ich meinen Eltern kund, einmal in diesem Verein mitzuspielen. Mit ca. 12 Jahren war es dann soweit. Voller Freude konnte ich bei Weiss Walter Senior in Mühlethurnen einen Anfängerkurs der Blaukreuzmusik besuchen. Fast jeden Samstag radelte ich mit dem Velo nach Mühlethurnen und machte auf einem Flügelhorn meine ersten Spielversuche. Im Jahr 1970 durfte ich in Tramelan das erste Mal an einem Schweizerischen Blaukreuzmusikfest mitspielen. Ich erinnere mich noch heute an die Marschmusikdemonstration, wie ich auf den neben mir marschierenden Kameraden hören konnte, der mit seinen genagelten Schuhen den Takt vorgab. Im Jahr 1972 wurde ich vom Verein als Aktivmitglied aufgenommen. Im selben Jahr gastierte die legendäre CWS Manchesterband aus England in der Schweiz. Jetzt hiess es einen Kasettenrecorder kaufen und ab nach Bern in den Kursaal ans Konzert.
An diesem Abend wurde ich vom Brassbandvirus gepackt. Der spezielle Sound und die hervorragenden Bläser dieser Band weckten in mir diese Leidenschaft. Von nun an spielte ich regelmässig in verschiedenen christlichen Musikvereinen, wie auch immer in der Blaukreuzmusik Gürbetal. Dabei durfte ich viele liebe Musiker und Musikerinnen kennen lernen, die mich auf meinem weiteren Lebensweg begleiteten.

 

Die Jahre zogen dahin, meine Haare wurden weiss, verschiedene Blechblasinstrumente habe ich spielen dürfen, ans Herz gewachsen ist mir jedoch das Es-Horn, es passt einfach zu mir.
Seit 28 Jahren spiele ich nun auf diesem Instrument und es macht immer noch Spass.

Vieles hat sich geändert. Die Blaukreuzmusik Gürbetal ist eine Brass Band Gürbetal geworden, die sich musikalisch mit den besten 3. Klass Brass-Bands der Schweiz messen kann. Eines aber ist geblieben. Die Freude an der Brassbandmusik und das noch zu geniessen, mit so vielen tollen Jugendlichen in unserer Band ist ein Privileg. Ich freue mich über jeden Tag, der mir geschenkt wird, um Musik zu machen mit meinem Es-Horn.

Samuel Streit

Portrait Marvin

 
“Und es wurde mir schwindlig”

Ich bin Marvin Matzinger, geboren 01.08.1992 und wohne in Thun. Als 10-jähriger Bub fing ich an, Eb-Horn Unterricht bei Urs Stähli zu nehmen. Die Jugendmusik hatte damals aber keinen Bassisten, also versuchte ich mein Glück auf dem kleinen Eb-Bass. Ich brauchte viel Luft und es wurde mir schwindlig, aber mit der Zeit konnte ich damit umgehen.
Meine Erfahrungen sammelte ich in verschiedenen Formationen wie z.B. CMVS Staffband, Oberaargauer Brass Band B-Band, im Jugendsinfonieorchester und in Tuba Workshops und Musiklagern.
Mittlerweile habe ich auch meine Lehren als Maler und Gipser abgeschlossen.
Als ich in das Militärspiel aufgenommen wurde, lernte ich eine andere Dimension der Musik kennen. Nach der RS trat ich dem Repräsentationsorchester der Schweizer Armee bei. Zurzeit spiele ich hauptsächlich bei der Brass Band Gürbetal und der Brass Band Berner Oberland. An verschiedenen Wettbewerben kämpfen wir um den Meistertitel.
Meine Freizeit verbringe ich gerne auf dem Rennrad oder mit meiner Fotokamera. Zudem übe ich viel auf meinem Instrument. Musizieren ist etwas Besonderes. Etwas womit man sich ausdrückt, die Freude mit den Zuhörern teilt und die Gemeinschaft verschiedener Generationen pflegt. Musik lebt!

Marvin Matzinger

Portrait Marvin

 

Warum eigentlich Bariton spielen?
Warum eigentlich nicht singen?

Der Gesang wurde bei uns in der Familie gepflegt. An Festen, beim Kirschen pflücken, beim täglichen Abwaschen…. Ich konnte als kleines Mädchen stundenlang auf dem „Ritiplampi“ sitzen und singen… später sang ich auch auf dem Velo – sehr zum Amusement unserer Nachbarn… Natürlich war ich deshalb sofort begeistert, als meine Eltern mich zusammen mit meinem Bruder für den Jungbläserkurs anmeldeten. (Das mit dem Singen hat trotzdem nicht aufgehört. Auch heute noch singe oder summe ich oft beim Velo- und Skifahren.) Und schliesslich fuhr ich damals auch mit dem Velo in die Musikstunden…

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Wie so üblich begann auch ich meine Brass Band – Laufbahn mit dem Flügelhorn und wechselte mit dem Eintritt in die Jugendmusik auf das Cornet. Als jedoch meine kleine Schwester begann, schwierige Cornetsolos zu üben und ich immer noch jeden Ton oberhalb des c2 mit Krüh begann, liess ich mich vom Dirigenten und von meinem Musiklehrer überzeugen auf ein Instrument mit einem grösseren Mundstück zu wechseln. Wären da nicht tolle Menschen – gute Kamerädli – gewesen, so hätte ich wohl der Brass Band den Rücken gekehrt. So blieb ich dabei und erhielt einen Bariton.

Das war‘s jetzt! Nun durfte auch ich endlich die Arban-Schule auf den Ständer stellen und anstelle von Haltenoten und Begleitrhythmen Solos üben. Das fleissige Üben zahlte sich aus. Schon bald spielte ich nicht nur in der Dorfmusik, sondern ich durfte in die Brass Band Emmental eintreten. Wie freuten sie sich damals, als jemand kam, der einen eigenen Bariton besass und nicht gezwungen werden musste, sein Euphonium einzutauschen. Mir hat der Klang und die Stimme des Bariton in der Brass Band von Beginn an immer ausserordentlich gut gefallen und ich war immer stolz auf mein Instrument und meine Stimme. Ich darf überall immer wieder ein bisschen mitspielen – manchmal als drittes Euphonium, viertes Es-Horn, vierte Posaune und natürlich das Basssolo in den Märschen… Glücklicherweise hatte ich immer auch Dirigenten, die mir meine Funktion in der Band gut zu erklären wussten. Und so wuchs auch mein Interesse an den Grundlagen der Harmonielehre, Komposition und Direktion. Ich besuchte Einführungskurse in die Blasmusikdirektion, wo ich dieses Wissen erwerben konnte. Meine erworbenen Kenntnisse versuchte ich in Jungbläsergruppen umzusetzen. Es freut mich sehr, dass einige der Kinder, die damals unter meiner Stabführung ihre ersten Banderfahrungen machten, heute als junge Erwachsene in guten Brass Bands mitspielen.

Was mir jedoch besser gefällt am Bariton spielen als am Dirigieren: Ich sitze in der Band und bin ein Teil des Ganzen. Ich bin die Einzige mit genau dieser Stimme und stehe trotzdem nicht im Mittelpunkt. Ich kann unterstützen und muss nicht führen.

Was mir besonders gut gefällt am Spielen in der BBG: Ich kann mit vielen motivierten jungen Erwachsenen – alles gute Bläserinnen und Bläser und alles gute Kamerädli zusammen musizieren. So werde ich dem Bariton und vor allem der Brass Band in nächster Zeit gewiss noch nicht den Rücken kehren.

Eveline Gerber

 

Schritt für Schritt bis auf den ersten Stuhl

Als ich mit 9 Jahren begann Cornet zu spielen, gab es kaum Anzeichen dafür, dass ich in der Kombination mit diesem wunderbaren Instrument eine Erfolgsgeschichte sein könnte. Im ganzen ersten Unterrichtsjahr bei Urs Stähli gelang es mir nämlich nicht, das Instrument zum Klingen zu bringen. So war es nur logisch, dass mich Urs ermutigte auf ein tieferes Instrument umzusteigen, welches mir erwiesenermassen besser gelegen wäre. Einzig meine schon damals sehr grosse Liebe zum Cornet und der sture Glaube an die Richtigkeit meiner Instrumentenwahl liess mich daran festhalten. Dies ging so weit, dass ich mich weigerte auf dem Bariton zu üben. Bereits eine Woche später gab ich dieses ungeliebte Instrument ungebraucht und unter Tränen wieder zurück.

Kaum war es mir dank viel Disziplin gelungen, auch im klanglichen Bereich auf dem Cornet Fortschritte zu erzielen, bahnte sich das nächste Problem an: meine Zähne mussten gerichtet werden. Dies ist zwar heutzutage schon mehr Regel als Ausnahme, stellt aber nach wie vor für alle, die ein kleines Blechblasinstrument spielen ein beträchtliches Problem dar. Trotz dreier Drahtgestellen im Mund gelang es mir aber die Freude am Spielen zu behalten. Ich konnte sogar soweit Fortschritte machen, dass ich, kaum nachdem die Zahnspangen entfernt waren, den Einstand in der Brass Band Gürbetal geben konnte.

 

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Von da an ist es in meist kleinen Schritten aber vergleichsweise reibungslos vorwärts gegangen. Die vielseitigen, musikalischen Erfahrungen, die ich im Gymnasium, in anderen Brass Bands und auch im Militärspiel machen konnte, haben dazu geführt, dass ich auch in der BBG wortwörtlich Stuhl für Stuhl nach vorne rutschen konnte. Mittlerweile mit einer ebenso grossen Liebe für die Trompete und als Student von Markus Würsch an der HKB bin ich stolz darauf, mit meinem Cornet in der BBG eine tragende Rolle spielen zu können.

Joram Bots

 

 Die Kleine mit dem Kleinen

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 Wie kann man nur etwas anderes als Musik machen, wenn man als Jüngste in einer Vollblutmusiker Familie gross geworden ist? Na gut, gross bin ich sowieso nie geworden, deshalb habe ich auch mein Instrument an mich angepasst. Später mehr dazu. Mein Vater hatte schon seit ich mich erinnern kann, in seinem „Musigzimmer“ in jeder Ecke ein antikes Instrument umherstehen. Da will ich doch mal wissen wie man als unschuldiges kleines Kind nur die Finger davon lassen kann? Zum Glück mussten wir das ja nie…eine Beule mehr oder das ohrenbetäubende „Getrööte“ brachte mir zumindest nie eine „Schimpfete“ ein. Ich war schon seit klein auf immer mit dabei, sei es an Konzerten, Musiklagern, Auslandsaufenthalte und Vielem mehr. Je älter ich wurde, desto mehr wollte ich auch mit den grossen mitwirken und nicht immer nur zuschauen, so musste ein Instrument her. Meine erste Wahl war die Querflöte, welche bei meinen Geschwistern nicht auf grosse Begeisterung stiess.

 

Umstimmen liess ich mich von meiner Schwester, die meinte, ich zitiere; „du weisch scho dasme das ersch ab 18ni darf lehrä?“. Ach so, dann muss das wohl auch so sein, eine 6 Jahre ältere Schwester sollte es doch wissen. Es liegt sowieso in meiner Natur, dass ich mich nie entscheiden kann, also gab es für mich gleich Klavierstunden und Cornetstunden. Nach einigen Jahren Ausbildung stellte ich jedoch fest, dass der Weg in die Jugendmusik und der Ausblick auf die Mitgliedschaft in der Brass Band mit dem Cornet doch einiges aufregender ist als mit einem Klavier. So konzentrierte ich mich also auf das Cornet und eiferte meinem ältesten Bruder nach.Endlich in der „grossen Musik“ angekommen, gab ich Vollgas und schon bald durfte ich in der ersten Reihe bei den Solo-Cornets mitspielen. Es machte mir mächtig Spass, jedoch fand ich es immer schade, dass unsere Musik nicht ganz vollständig war. Irgendwie fehlte es uns immer „a däm cheibe Es-Cornet“. Ein Wechsel hier, ein Wechsel da, aber niemand der bei uns bleiben wollte. Nach mehreren Pro & Contras sowie zunehmender Erkenntnis, dass dieses Instrument halt schon so ein kleines, spritziges Ding ist, habe ich mich vor ein paar Jahren entschieden das „Es-Cornetli“ auszuprobieren. Wie mein Vater pflegt zu sagen „das brucht de Läder-Lippe!“. Ja! Das habe ich dann auch gemerkt. Den Kampfgeist habe ich aber nie verloren. Die Zeit vergeht schnell und nun musiziere ich schon 5 Jahre auf meinem Goldstück. Ob ich jetzt „Läderlippe“ habe? Wer weiss, zumindest optisch noch nicht. Mir gefällt es von Tag zu Tag besser und ich habe riesige Freude in der Brass Band als Einzelstimme zwischendurch das Tüpfelchen auf dem I zu sein. Ich freue mich auch auf alle weiteren Jahre in denen ich mit meiner Familie und Freunden zusammen musizieren, feiern und austauschen kann.

Eure Mirjam Stähli

 

 

Ich bin Poseuphist!

Julian

Mit 10 Jahren machte ich die ersten Gehversuche auf der Posaune, nicht weil ich unbedingt Posaune spielen wollte, sondern weil damals in der BBG Not am Mann war. Es sollte dringend jemand Posaune lernen! Also, es war Liebe auf den zweiten Blick. Meine erste grosse Liebe war nämlich das Euphonium! Ich sagte mir schon immer, wie schön es wäre, einmal getragene Melodien zu spielen. Aber eben, soweit kam es noch nicht. In der BBG begann ich auf der 2. Posaune und arbeitete mich allmählich auf die Solo-Posaune vor. Nach Unmengen an Proben, Konzerten und Musiklagern beschloss ich vor einem Jahr den nächsten logischen Schritt zu vollziehen. Ich arbeitete mich von meinem Stuhl aus in der Band nach vorne Richtung Euphonium, denn unterdessen war wieder einmal Not am Mann. 

Zur Zeit gehe ich in die Euphoniumstunde und an den Frühlingskonzerten 2014 gebe ich das Debut als BBG-Euphonist. Nun bin ich allmählich in der Lage meine erste und zweite Liebe auszuleben. Ah, da ist noch was: den Zug beim Euphonium habe ich noch nicht gefunden… so bleibt mir halt nichts anderes übrig, als mit diesen Ventilen Vorlieb zu nehmen.

Julian Stähli